Scheidungsliteratur für Erwachsene

 

 

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Lily Stollowsky

 

Single Mama. Der ganz normale Wahnsinn zwischen Kindern und Beruf. Ein Mutmachbuch für Alleinerziehende

 

Knaur Ratgeber Verlage. München 2006

Broschiert, 127 Seiten

 

ISBN 978-3-426-64261-0

 

 

Über das Buch:

 

Die Zahl der Alleinerziehenden in Deutschland nimmt stetig zu. Davon sind 87 % Frauen, die in sog. Einelternfamilien leben und alleine die Verantwortung für ihre Kinder tragen.

 

Die Autorin Lili Stollowsky weiß, wovon sie spricht bzw. schreibt: Nach ihrer Scheidung hat sie ihre beiden Kinder alleine großgezogen und "nebenbei" als selbständige Hebamme gearbeitet. Lassen wir sie kurz zu Wort kommen:

"Alleinerziehende heißen Alleinerziehende, weil sie ihre Kinder alleine erziehen. Ein Kind, zwei Kinder oder drei. Dazu versorgen sie ihren Haushalt und gehen von Montagmorgen bis Freitagabend arbeiten. Alleinerziehende leben sozusagen permanent im Spagat zwischen Kindern, Küche und Knete."

 

Lily Stollowskys Buch befasst sich mit dem ganz normalen Wahnsinn im Alltag Alleinerziehender und damit, wie sich die Sache mit dem Alleinerziehen "gut organisieren und überleben lässt".

 

Ihr grandioser Humor scheint überall durch, stellenweise ist das Buch von umwerfender Komik, beispielsweise in dem knappen geschichtlichen Überblick des Familienlebens und Alleinerziehens, der in der Steinzeithöhle beginnt und über die Griechen (Die aus dem Kopfe des Zeus geborene Athena "war das erste historisch belegte Kind, das in einer Ein-Eltern-Familie aufwuchs") bis zu unserer Zeit reicht.

 

Nach einer Übersicht über Scheidungsgründe, Familien heute sowie die Auswirkungen von Scheidung und Alleinerziehung auf die Kinder widmet sich Lilly Stollowsky in mehreren thematischen Abschnitten den verschiedenen Aspekten des Lebens von Alleinerziehenden. Dabei geht es allerdings nicht in erster Linie um die Vermittlung praktischer Ratschläge.

 

Das Buch beschreibt die einzelnen Lebensphasen der Kinder vom Kleinkindalter bis zur Pubertät sowie deren Auswirkungen auf das Alltagsleben von Alleinerziehenden. Darüber hinaus geht es um so profane Themen wie Küche, Haushalt und das Bewältigen der zahllosen, gelegentlich erdrückend erscheinenden Pflichten. Ein zentrales Thema ist dabei "Die Knete" - immerhin leidet ein großer Teil der Alleinerziehenden unter chronischem Geldmangel, da es außerordentlich schwer ist, Haushalt, Kindererziehung und Berufstätigkeit zufriedenstellend unter einen Hut zu bringen.

 

Gerade hier weist das Buch eindringlich auf die oft sehr problematische Situation von Alleinerziehenden hin, die sich nun mal nicht zweiteilen können und die mangels eines ausreichenden Angebots an Einrichtungen zur Kinderbetreuung meist im Berufsleben Abstriche machen müssen. Auch die Problematik neuer Beziehungen und sogenannter Patchworkfamilien kommt zur Sprache.

 

Zuguterletzt wird die Notwendigkeit kompetenter juristischer Beratung hervorgehoben. Die Autorin empfiehlt, Kontakt mit dem Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) aufzunehmen, der Alleinerziehenden mit Rat und Unterstützung zur Seite steht. Im Anhang des Buches sind entsprechende Adressen aufgelistet.

 

 

Fazit:

 

Das Buch ist unterhaltsam, witzig und macht - wie im Untertitel angedeutet - Mut zum Leben als Alleinerziehender, auch wenn sich die praktischen Ratschläge in Grenzen halten. Es eignet sich auch als Geschenk für Alleinerziehende im Bekannten- und Freundeskreis.

 

 




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